Trinkwasserqualität – eine bundesweite Aufgabe
Mittwoch, 18. April 2012 11:50
Erfrischend klares Wasser ist des Lebens Elixier. Sofort kommen dabei Bilder wunderschöner Landschaften in den Sinn. Dortige Quellen sprudeln nicht erquickend reines und gar heilendes Nass an den Tag. Nicht zuletzt die heimische Braukunst profitiert von der herausragenden Wasserqualität. Leider ist diese nicht in allen Regionen anzutreffen. Hier und da bereiten Krebserreger Kopfzerbrechen, die über die Wasserversorgung den Weg in private Haushalte finden. Dies weckt die Aufmerksamkeit kritischer Bürger und lokaler Politiker. Zu recht, schließlich geht es um eine zentrale Grundlage des menschlichen Daseins. Und diese sollte unbedenklich sein.
Wasserversorgung – ein regionales Problem von Bundesbedeutung
Dennoch hält sich das Interesse des Bundes diesbezüglich in Grenzen. Und dafür gibt es einen schlichte Begründung: Das Problem rund um die Reinheit des Trinkwassers betrifft nicht alle Länder gleichermaßen. Viele Regionen erfreuen sich über die Versorgung direkt vom Grundwasser, während Bewohner aus Nordrhein Westfalen und Baden Württemberg quasi mit Flüssigem aus zweiter Hand leben. In NRW wird dieses zum Beispiel zu 60 Prozent aus den Ressourcen der Flüsse gewonnen. Logisch denkend erschließt sich auch für Sie: In dieser Mixtur befinden sich bedeutende Anteile, die bereits einmal von einer Kläranlage oder einer Produktionsstätte aufbereitet und den natürlichen Wasserwegen wieder zugeführt wurden. So hoch die Normen heutzutage auch sind, beseitigen die Wasserfilter die aufgenommenen Schadstoffe nicht restlos. Diese stammen aber nicht nur aus den Regionen, die direkt betroffen sind, sondern auch aus anderen Bundesländern. Bereits hier sind effektivere Wasserfilter gefragt, damit Krebserreger nicht die Wasserversorgung belasten. So wurde von NRW beispielsweise eine bundesweite Verordnung mit Grenzwerten für Mikroschadstoffe zur Diskussion gebracht. Die Reaktionen erwiesen sich aber als mäßig. Bedauerlich, denn schließlich möchten sich alle Bundesbürger an Trinkwasser von vergleichbarer Qualität erfreuen.
Krebserreger Trinkwasser? PFT sorgt für die Bedenklichkeit
Doch um welche Schadstoffe und Krebserreger geht es konkret, werden Sie sich fragen? Im Mittelpunkt der Kritik stehen messbare Werte perfluorierter Tenside, kurz PFT. Diese künstlich hergestellten Verbindungen können von der Natur nicht abgebaut werden. Zum Beispiel kommen diese bei der Fotoindustrie, der Luftfahrt oder in Löschmitteln zum Einsatz. PFT steht in Verdacht, ein Krebserreger zu sein, wird aber durch die gängigen Wasserfilter nicht komplett beseitigt und gelangt in die Umwelt. Betroffen sind davon auch Flüsse wie die Ruhr, aus denen Trinkwasser für die Versorgung der Haushalte entnommen wird. Dort wird nicht nur PFT bei der Untersuchung von Proben nachgewiesen, sondern auch andere Stoffe wie Antibiotika. Dabei werden die gesetzlichen Grenzwerte zwar nicht überschritten, aber gänzlich beruhigend ist diese Tatsache natürlich nicht. Weder Sie noch andere Bürger in Deutschland erfreuen sich an einem erfrischenden Schluck Trinkwasser, wenn sich darin möglicherweise Krebserreger verstecken.
Zusätzliche Wasserfilter verbessern die Qualität enorm
Wie Sie bereits ahnen, kann das Problem gelöst und die Qualität vom Trinkwasser erheblich verbessert werden. Durch das Engagement der regionalen Politik wurde bereits einiges bewirkt. Der eine Lösungsweg liegt in der verminderten Verwendung von PFT. Erfolgreich wurde auf Industriebetriebe eingewirkt, Produktionsprozesse aus Umweltgründen umzustellen. Zudem haben viele Städte und Gemeinden bei der Aufbereitung nachgerüstet. Zusätzliche Wasserfilter kommen hier zum Einsatz, bevor das Wasser die Haushalte erreicht. Zum einen spielt hierbei Ozonierung, eine umweltfreundliche Alternative zum Chlor, eine Rolle. Zum anderen kommen Wasserfilter mit Aktivkohle zum Einsatz. Hiermit werden vor Ort sichtliche Erfolge erzielt. Dies verursacht zwar höhere Kosten bei der Wasserversorgung, doch schließlich geht es um die Gesundheit. Damit das Trinkwasser qualitativ vollends überzeugt, ist aber weiterhin Aktivität gefragt. Und hierbei geht es nicht nur um kostspielige, aber notwendige Investitionen bei den Wasserversorgern betroffener Städte. Hier ist das solidarische Denken und die aktive Mitverantwortung der entlegenen Regionen gefragt, die nur indirekt betroffen sind. Gleiches Recht bei der Trinkwasserqualität für alle. Oder was meinen Sie?
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